Autofahren ist hier
auch reine Glückssache
Wer als Deutscher hier Autofahren muss oder möchte kann dies
mit einigen Modifikationen im Fahrstil tun.
Dadurch, dass man hier auch rechts überholen darf, sollte
man den rechten Außenspiegel etwas mehr im Blick haben. Das Benutzend er Beleuchtungsanlage
vorrangig der Blinker wir hier recht liberal gehandhabt - meist wird gar nicht geblinkt und wenn,
dann heisst das nicht unbedingt, dass der Kollege da auch hin will.
Und die Blinkervarianten sind echt vielfältig, von gelben
bis roten Blinkern separat über (rote) Blinker in Kombination mit dem Rück-
bzw. Bremslicht bis hin zu Lauflichtern (Ford Mustang). Das irritiert doch
schon, vor allem, weil die meisten keine Unterschiede in der Leuchtkraft haben
oder einfach der Blinker defekt ist und der Kollege seine Parkinson auf der
Bremse auslebt.
Und nachts kommt auch schon öfter mal einer ohne Licht an –
naja… solange die Straßenbeleuchtung und
das Licht des Vordermans ausreichen ... – sind schon sehr umweltbewusst die
Amerikaner.
An roten Ampeln darf grundsätzlich rechts abgebogen werden
(auch ohne Zuhilfenahme des Blinkers). Abweichende Regelungen werden in den
Einzelfällen durch Beschilderung ausgewiesen.
An Stoppschildern wird zwar langsam herangefahren, aber
nicht zwangsweise angehalten – dieses Verhalten wird auch in Deutschland
vermehrt beobachtet.
An Straßen gleicher Ordnung gibt es das Allway Stop (3way
oder 4way, entsprechend der aufeinandertreffenden Straßen). Hier gilt: wer zuerst
an der Linie ist, darf fahren – egal ob gerade aus oder um die Ecke. Bei
darauffolgenden Fahrzeugen die gleiche Regelung.
Positive ist nur, die fahren hier alle recht gemächlich,
alles fließt so zäh dahin (bildlicher Vergleich mit Honig). Bis auf einige hektische Ausnahmen – aber da
sind die Cops schon etwas hinterher. Es wird auch nicht gehupt, wenn man nicht
gleich bei Grün auf Maximalbeschleunigung ist und vor allem in kleineren
Ortschaften wird schon mal hinter einem gewartet, bis man weiß, wo man
hinmöchte.
Nur in den Großstädten und Ballungszentren wird es mitunter
unübersichtlich, besonders an den Interstate- und Highwaykreuzen. Hier
verlaufen die Abzweigungen in kurzer Folge in einem wilden Durcheinander. Und
die Beschilderung ist teilweise auch Interpretationssache (braucht eine kleine
Weile Eingewöhnungszeit, da man so in D nicht kennt)
Auch haben wir uns über die vielen Reifenresten auf der
Straße gewundert, bis wir uns die Schluffen der Kisten hier mal angesehen haben
– also Slicks sind Winterreifen dagegen.
Übrigens gibt es hier einen florierenden Markt mit gebrauchten
Autoreifen.
Unterm Strich ist es am besten, man wirft sich hier als
Deutscher ein oder zwei Valium ein, um mit dieser tranigen und gleichgültigen
Fahrweise zurechtzukommen.
Also ich würde sagen, die haben hier alle Fahrstunden bei
Basilianern genommen, das Ganze erinnert mich ganz stark an den Fahrstil von Brasilien,
es fehlt hier nur noch etwas mehr Hektik und beim Abbiegen und Reindrängeln der
Daumen.
Fast alles was man hier zu Fuß erledigen kann, kann man mit
dem Auto noch besser. Die Drive thru fast food diner (in D drive in) kenn
man, aber es geht noch besser:
- drive in ATM
(Geldautomat),
- drive thru check in - am
Flughafen – mit dem Auto vorfahren und Gepäck einchecken
- drive in pharmacy –
Apotheke zum durchfahren – und ´ne Gratisimpfung gibt es wahrscheinlich
gleich mit der Druckluftpistole durchs Fenster.
und jetzt der Brüller
- drive in church – beten und beichten, wahrscheinlich inkl. Öl- und Reifenwechsel und dem „V8 Unser“
Und ich bin sicher, es gibt hier noch mehr
Durchfahrtmöglichkeiten.
Was uns hier noch aufgefallen ist, und das fanden wir dann
nicht mehr so witzig, ist die Waffenvernarrtheit der Ammies. Neben allen
möglichen öffentlich angeprangerten Gunshows gibt es sogar im Supermarkt Waffen,
neben Sportgeräten und Kinderspielzeug. Also in der Beziehung, sorry, wenn ich
das so direkt sage, haben die echt ein Loch im Kopf.