Nach nunmehr zwei Jahren haben Matze und ich uns wieder aufgerafft die Welt zu bereisen. Diesmal ist die Wahl auf die Hawaiianischen Inseln gefallen.

Aufgrund mehrfacher Nachfragen haben wir uns auch wieder zu einem Blog für unsere Reisebegleiter im Geiste hinreißen lassen.


Achja… Rechtschreibfehler sind urheberrechtlich geschützt.

Nachtrag: Eigentlich wollten wir nur die Hawaiianischen Inseln bereisen, aber es kam dann doch etwas anders ...


Arbeitstitel: From The Westside To The Eastside


Untertitel: Es gibt doch Bier auf Hawaii


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Donnerstag, 31. Januar 2013

30.01.13 Albuquerque - Amarillo



 
Bevor wir heute Albuquerque verlassen sollten, versuchten wir erneut, was uns gestern nicht geglückt ist - mit der Seilbahn auf den Sandia Peak. Und auch heute wurde uns der Zugang verwehrt mit der gleichen Begründung wie gestern – zu windig. Wir wussten, wir hätten doch in Albuquerque links abbiegen sollen (für Bugs Bunny Insider) und etwas später wiederkommen sollen.
Tja, da kann man nichts machen. Also machten wir uns ein wenig geknickt aus dem Staub. Heute hatten wir noch gut 300 Meilen abzureißen.



Unseren ersten Stopp machten wir in Santa Rosa bei McD. Dort haben wir (mal wieder) die Ortsdurchfahrt der Route 66 mitgenommen und uns echt gefragt: “ Is this the way to Amarillo?“ – sorry der musste sein.
Wie schon bei vorangegangenen Orten an der 66 auch hier die Vielzahl der Geschäft geschlossen.
Dann weiter die Interstate bis Tucumcari. Wir hatten bereits gestern etwas von einem Dinomuseum des dortigen Colleges gelesen und unterwegs fielen uns einige Werbeschilder auf. Also runter vom Freeway und auf zumDinomuseum (6,5$/P). Tucumcari ist ein wirklich verschlafenes Nest. Wahrscheinlich genau die richtige Location, die Paläontologen brauchen. Wie gesagt, das Museum gehört zu dem dortigen College und ist demzufolge auch recht übersichtlich, aber dennoch interessant und auf jeden Fall einen Besuch wert. Wir waren übrigens die einzigen Besucher.




 Mit der Staatsgrenze zu Texas …yieehaa…überschritten wir auch wieder eine Zeitzonengrenze (GMT-6) und der Tag hatte wieder eine Stunde weniger.


Angekommen in Amarillo suchten wir, wie schon an den Tagen zuvor, im Internet mögliche Übernachtungsmöglichkeiten und checkten dann gegen 16:00 Uhr ein. 

Es ging dann auch gleich weiter zum Palo Duro Canyon, dem zweitlängsten Canyon der USA. Da uns der Grand Canyon schon keine tiefgründigen Einblicke gewährte, hofften wir hier mehr Glück zu haben. Der Canyon liegt südöstlich von Amarillo – ca. eine ¾ h Fahrt. Am Eingang wurden dann 5$/P. fällig. Allerdings gab es auch hier wieder eine kleine Einschränkung. Es gab einen Teil, den Upper Canyon, der z.Z. durch Jagdaktivitäten für den Publikumsverkehr gesperrt war – na super, da frönten wahrscheinlich viele kleine Yosemite Sams ihrem Hobby. Aber egal, wir nahmen, was wir kriegen konnten. Das Wetter spielt auch mit, so dass wir bei wolkenlosem Himmel den Canyon bewundern durften.





Das Abendessen sollte heute etwas üppiger ausfallen – wir hatten schließlich was zu feiern. Ja Freunde, der leichten Unterhaltung, die erste Hälfte unserer Reisezeit ist rum.

Also wo geht man essen, wenn man in Texas ist? – Richtig, ins Steakhouse. Wir wählten „Embers Steakhouse“ gleich um die Ecke, nicht ganz billige, aber exzellent – gehobene Atmosphäre und das Steak auf den Punkt (normalerweise bin ich kein Freund von Werbung – aber hier gibt es eine Empfehlung). 
Und hinterher ein Glas Wein – natürlich ein texanischer Roter – Prost … Hicks.

Mittwoch, 30. Januar 2013

29.01.13 Gallup – Albuquerque



 
Es hatte wohl die halbe Nacht geschneit, jedenfalls nach dem zu urteilen, was an Schnee lag - also eine geschlossene 2-3 cm dicke Schneedecke. Allerdings schien die Sonne bei frostigen -8 °C. Zuhause hätten wir gesagt, „…ein schöner Wintertag“, nur war halt der Winter der Grund weshalb wir uns aus Deutschland verdrückt haben, und nun hat er uns doch erwischt … hmpf.  


In Gallup waren sämtliche Strassen inkl. des Freeways nicht beräumt, lediglich die Spuren auf der rechten Fahrbahn waren freigefahren – der Winterdienst hat hier also genauso eine Reaktionszeit wie bei uns und werden anscheinend auch jedes Mal vom Winter überrascht.
Eigentlich wollten wir noch eine Runde durch die Stadt drehen, aber bei diesen Witterungsverhältnissen wollten wir solch eine Rutschpartie nicht eingehen.

Also nichts wie weg hier Richtung Osten. Auf der Interstate wurden dann nach einigen Meilen die Fahrspuren wieder sichtbar und der Räumdienst war auch aufgewacht. Und dann ab Grant war der Schnee schlagartig weg, die Temperaturen pendelten sich um die 0°C ein und die Sonne schien weitestgehend.


 Ab Laguna fuhren wir über Nebenstrassen nach Albuquerque. Komischerweise war in Laguna die Route 66 ausgewiesen, die aber nach Routenplan weiter auf der Interstate 40 bis kurz vor Albuquerque verlaufen sollte -  etwas verwirrend.


Es war mittlerweile 1 Uhr nachmittags. Wir suchten uns zuerst ein zentral gelegenes Motel. Auch hier half uns unsere Hotelcouponbroschüre wieder weiter.

Eine der Sehenswürdigkeiten in Albuquerque ist die Sandia Peak Tram. Diese Seilbahn führt auf den 3 163 m hohen Sandia Peak. Das wollten wir unbedingt mitnehmen. Die Talstation liegt etwa 20min ausserhalb der Stadt. Nur leider war diese z.Z. wegen Wartungsarbeiten geschlossen und sollte erst ab 17Uhr wieder in Betrieb gehen. Naja, das war ja jetzt nicht so wild – kommen wir halt in 2 Stunden wieder.




So sind wir wieder in die Stadt und ein wenig in Downtown rumgeschlichen. Es war nicht besonders viel los und kalt (windig) war es auch, sodass wir uns bald wieder auf nach Sandia Peak machten. Und außerdem war die Zeit eh fast ran.





Wieder am Peak angekommen, wurden wir erst einmal einen Dollar Parkgebühr los. Das war echt der günstigste Beitrag, den wir bisher hatten – meist war die Standardgebühr „ten bugs“.

Am Ticketschalter dann wieder eine Enttäuschung – die Seilbahn würde heute nicht mehr fahren, weil zu windig. Jetzt hatten wir zum 2ten mal an diesem Tag den Weg hieraus gemacht und mussten wieder unverrichteter Dinge abziehen. An der Ausfahrt zum Parkplatz besuchte ich den Schrankenwärter nochmal und erklärte ihm auf meine charmante Art, dass wir hier Parkplatzgebühren für eine nichtstattgefundene Attraktion gezahlt hätten. Ohne weitere Diskussion erstattete er uns den Dollar – na also, man muss nur mal freundlich nachfragen.





Zum Abendessen kehrten wir in einem Diner gleich um die Ecke unseres Motels ein.

Dienstag, 29. Januar 2013

28.01.13 Kingman – Gallup



Da wir vor zwei Tagen schon einmal am Grand Canyon waren, ohne diesen jedoch auch nur ansatzweise in seiner ganzen Pracht bewundern zu können, wollten wir es heute noch einmal versuchen.

Allerdings zeigte sich heute morgen das Wetter von seiner unschönen Seite - in Form von Schneefall und frostigen Temperaturen. Wir checkten natürlich übers Internet auch die Wetterlage am Canyon, doch das sah auch so miserabel aus. Hm…das stand aber so weder im Reisführer noch im Kleingedruckten. 

Naja, wir entschieden uns erst einmal loszufahren. Von Kingman aus hatten wir auf der I-40 sowieso erst einmal rund  110 Meilen bis zum Abzweig in Williams  zu fahren. Vielleicht würde sich das Wetter ja noch ändern.  

Auf dem Weg nach Williams wurde der Schnee immer mehr. Die Temperaturen hielten sich um den Gefrierpunkt. Der Freeway war streckenweise eingeschneit.


In Williams dann der Höhepunkt des winterlichen Schauspiels. Der ganze Ort am Schneeschippen.



Übrigens in Williams verläuft ein Stück der Route 66 als Ortdurchfahrt. Hier haben sich die Bewohner wirklich viel Arbeit gemacht, den Glanz der Alten Zeiten zu erhalten, mit Motels, Restaurants und Shops im 50iger und 60iger Jahre Look – schick, schick. 

In Flagstaff hielten wir noch einmal, um noch mal die Wetterlage am Canyon auf Sichtbedingungen zu prüfen, doch auch die dort installierten Webcams zeigten nur ein graues Bild (tiefhängende Wolken, die kein Bild erlaubten). Also begruben wir unser Vorhaben, da wir auch keine Informationen über die Befahrbarkeit der dortigen Strassen hatten. 

Wir entschieden somit uns in Richtung New Mexiko zu verdrücken, in der Hoffnung auf besseres Wetter. Auf der weiteren Fahrt erlebten wir alle Fassetten des Wetters: Sonne, Schnee, Regen, Graupel, Wind und Nebel.

In Holbrook sollte ein weites Stück der Route 66 als Ortdurchfahrt existieren - also runter von der Interstate. Auch hier eine Vielzahl von Motels Souvenirshops und Restaurants, nur … leider alles geschlossen – die hatten wohl alle Winterferien. Die haben hier ein echt witziges Motel - das Wigwam Motel.





Weiter auf dem Freeway fiel uns ein Hinweisschild „Meteor Crater“ auf. Das erweckte unsere Neugier. Und so gingen wir dieser nach. Hier auf dem Colorado Plateau schlug vor ca.50.000 Jahren  ein Meteor mit rund 50m Durchmesser ein. Er hinterließ einen Krater (Barringer-Krater) von 1200 m Durchmesser und 180 m Tiefe – spannende Geschichte – so etwas hatten wir auch noch nicht gesehen.


Wieder zurück auf dem Freeway erreichten wir nach einiger Zeit die Staatgrenze zu New Mexiko. Da wir uns auf unserer heutigen Etappe noch kein Ziel gesetzt hatten, hielten wir es für sinnvoll am Vistor Center New Mexiko vorbeizuschauen. Vielleicht gibt es ja Infos, die für unseren Aufenthalt in diesem Staat hilfreich sein könnten. Und so nahmen u.a. wir eine HotelCouponBroschüre mit. 

Das Wetter hatte sich nach einigen sonnigen Abschnitten in New Mexiko nun doch entschieden den Tag mit Schneefall fortzusetzen. Hm… dabei suggeriert der Name Mexiko bei mir irgendwie Sonne und warm … tja wahrscheinlich ist das in NEW Mexiko etwas anders.

 Gallup sollte heute unser Etappenziel sein. Wir suchten uns ein Motel, welches wir durch die mitgenommen Broschüre recht fix fanden und einen günstigeren Preis bekamen auf dieser Basis auch noch.  

Am Abend drehen wir noch eine größeres Runde durch die Stadt Gallup, ebenfalls eine Ortsdurchfahrt der Route 66, wuchsen noch mal kurz im Supermarkt ein und holten uns beim Taco Bell die abendlichen Kalorien.    

Während die anderen Ortschaften recht übersichtlich waren, ist diese mit Motels und Restaurants  vollgepflastert, dass man echt den Überblick verliert. Hier wird einem deutlich, welchen Status der Highway zu seinen Hoch-Zeiten hatte. Es gibt sie also noch, die Hotspots der legendary Route 66.  

Das Wetter machte auch am Abend keine Anstalten von seinem Schnee -Treiben abzulassen.

Montag, 28. Januar 2013

27.01.13 Flagstaff – Kingman - Route 66



Heute morgen mal wieder Regen mit leichtem Schneeanteil.
Da wir vor zwei Tagen die Route 66 auf dem Weg nach Flagstaff links liegen gelassen hatten wollten wir hier heute ihrer würdigen und ein Stück auf ihr entlang cruisen. 

Hierzu muss gesagt werden, dass die Route 66 in großen Teilen auf der Interstate 40 verläuft. Lediglich einige Ortsdurchfahrten, die die Interstate 40 umfährt, sind noch erhalten.  Das einzig größere zusammenhängende Stück der Arizona Route 66 führt (mehr oder weniger) parallel zur I-40 von Ash Fork über Kingman nach Topock. Das hieß für uns, wieder zurück in Richtung Vegas.
Egal, die Zeit diese Schleife zu drehen, musste sein.

Um 10 Uhr ging es los, erst ein Stück auf der Interstate und in Ash Fork (Richtung Vegas) fuhren wir dann von der I-40 runter, um festzustellen, wie bereits beschrieben, dass nur noch die Ortsdurchfahrt vorhanden war und hinter der Stadt wieder auf dem Freeway mündet. Einige Meilen weiter auf der Interstate dann erneut ein Abzweig der Route 66 –also runter – und dann hatten wir sie gefunden die alte, sorry … historische, Route 66. Diese führte in recht eintöniger Streckenführung bis Seligmann und dann bis Kingman. Die Ortsdurchfahrten zeugten vom Verlust der 66 als Fernverkehrroute. Die Innenstädte größtenteils verlassen und verfallen, ab und zu der Versuch des Erhalt des Images.  Die Tour sollte laut Navi fast 9 Stunden dauern – tatsächlich waren wir in gut 4h in Kingman.





Demnach hatte die Navitante nicht nur einen Sprachfehler, sondern kam auch mit Fahrzeiten nicht so richtig klar. Zur Erklärung der Sprachfehler. Die Stimme der Ansagerin verschluckte immer den ersten Buchstaben, sodass bspw. aus der (Interstate) Fünfzehn immer die Ünfzehn, aus der Siebzehn die Ibzehn und aus der Vierzig die Irzig wurden. Es sorgte bisher immer für etwas Heiterkeit bei der Navigation. Wahrscheinlich war das Navi deshalb auch Freeware.     

Achja … kaum, dass wir ein Stück aus Flagstaff raus waren, besserte sich das Wetter und auf der 66 kam sogar die Sonne raus.


In Kingman checkten wir erst einmal in einem Motel ein, ohne genauen Plan, was an diesem Tag noch passieren sollte. Etwas weiter im Ort hatten wir bereits vor zwei Tagen auf unserer Hintour ein Route 66 Museum und Touristen Info entdeckt – also erst einmal ab dorthin. Dort erfuhren wir etwas über den weiteren Verlauf nach Topack. Damit war das Nachmittagprogramm gesetzt. Zuvor drehten wir natürlich noch eine kleine Runde durch das Museum. Diese zur Historie der Route 66 war recht interessant und liebevoll eingerichtet.

Nun aber ab auf die 66 nach Topack. Dieses Teilstück der Route 66 sah gleich viel abenteuerlicher aus. Die Strasse führte in engen Kurven durch die umgebende Gebirgskette hinauf und drumherum. Höhepunkt der Stecke, und natürlich ein Anziehungspunkt für Touris, war Oatman - ein kleines, im Stil der Gründerzeiten, zurechtgemachtes  Örtchen, in dem sich auf der Strasse die Esel tummelten– nein … die Vierbeinigen …obwohl, wenn ich noch mal drüber nachdenke… 

Der Weg führte weiter durch die Berge und vorbei an Goldminen, die bereit stillgelegt waren, jetzt aber wieder in Betrieb sind. – Nein, wir kamen nicht hinein. Es war alles abgeriegelt, wie ein Hochsicherheitstrakt. Bei Topack stießen wir dann wieder auf die I-40, die wir dann für die Rückfahrt nach Kingman nahmen.
Am Ende waren wir froh, diesem Umweg in Kauf genommen zu haben. Auch wenn es auf dem ersten Teilstück von Ash Fork nach Kingman nicht so aussah, als dass die Route 66 ihren legendären Ruf verdient hätte, riss der zweite Teil ab Kingman dann alles wieder raus.  








Aus unserer Sicht sollte bei einem USA Trip einfach dazugehören, die Route 66 zumindest einmal auf einem historischen Teilstück zu befahren, auch wenn sicherlich der Glanz der Alten Zeiten abgeblättert ist.

Zurück in Kingman sind wir noch kurz im Walmart eingewachsen und anschließend zum Mexikaner Abendessen.