Heute morgen mal wieder Regen mit leichtem Schneeanteil.
Da wir vor zwei Tagen die Route 66 auf dem Weg nach
Flagstaff links liegen gelassen hatten wollten wir hier heute ihrer würdigen und
ein Stück auf ihr entlang cruisen.
Hierzu muss gesagt werden, dass die Route 66 in großen
Teilen auf der Interstate 40 verläuft. Lediglich einige Ortsdurchfahrten, die
die Interstate 40 umfährt, sind noch erhalten.
Das einzig größere zusammenhängende Stück der Arizona Route 66 führt (mehr
oder weniger) parallel zur I-40 von Ash Fork über Kingman nach Topock. Das hieß
für uns, wieder zurück in Richtung Vegas.
Egal, die Zeit diese Schleife zu drehen, musste sein.
Um 10 Uhr ging es los, erst ein Stück auf der Interstate und
in Ash Fork (Richtung Vegas) fuhren wir dann von der I-40 runter, um
festzustellen, wie bereits beschrieben, dass nur noch die Ortsdurchfahrt
vorhanden war und hinter der Stadt wieder auf dem Freeway mündet. Einige Meilen
weiter auf der Interstate dann erneut ein Abzweig der Route 66 –also runter –
und dann hatten wir sie gefunden die alte, sorry … historische, Route 66. Diese
führte in recht eintöniger Streckenführung bis Seligmann und dann bis Kingman. Die
Ortsdurchfahrten zeugten vom Verlust der 66 als Fernverkehrroute. Die
Innenstädte größtenteils verlassen und verfallen, ab und zu der Versuch des
Erhalt des Images. Die Tour sollte laut Navi
fast 9 Stunden dauern – tatsächlich waren wir in gut 4h in Kingman.
Demnach hatte die Navitante nicht nur einen Sprachfehler, sondern
kam auch mit Fahrzeiten nicht so richtig klar. Zur Erklärung der Sprachfehler.
Die Stimme der Ansagerin verschluckte immer den ersten Buchstaben, sodass bspw.
aus der (Interstate) Fünfzehn immer die Ünfzehn, aus der Siebzehn die Ibzehn
und aus der Vierzig die Irzig wurden. Es sorgte bisher immer für etwas
Heiterkeit bei der Navigation. Wahrscheinlich war das Navi deshalb auch
Freeware.
Achja … kaum, dass wir ein Stück aus Flagstaff raus waren,
besserte sich das Wetter und auf der 66 kam sogar die Sonne raus.
In Kingman checkten wir erst einmal in einem Motel ein, ohne
genauen Plan, was an diesem Tag noch passieren sollte. Etwas weiter im Ort
hatten wir bereits vor zwei Tagen auf unserer Hintour ein Route 66 Museum und
Touristen Info entdeckt – also erst einmal ab dorthin. Dort erfuhren wir etwas
über den weiteren Verlauf nach Topack. Damit war das Nachmittagprogramm
gesetzt. Zuvor drehten wir natürlich noch eine kleine Runde durch das Museum. Diese
zur Historie der Route 66 war recht interessant und liebevoll eingerichtet.
Nun aber ab auf die 66 nach Topack. Dieses Teilstück der
Route 66 sah gleich viel abenteuerlicher aus. Die Strasse führte in engen
Kurven durch die umgebende Gebirgskette hinauf und drumherum. Höhepunkt der
Stecke, und natürlich ein Anziehungspunkt für Touris, war Oatman - ein kleines,
im Stil der Gründerzeiten, zurechtgemachtes Örtchen, in dem sich auf der Strasse die Esel tummelten–
nein … die Vierbeinigen …obwohl, wenn ich noch mal drüber nachdenke…
Der Weg führte weiter durch die Berge und vorbei an Goldminen,
die bereit stillgelegt waren, jetzt aber wieder in Betrieb sind. – Nein, wir
kamen nicht hinein. Es war alles abgeriegelt, wie ein Hochsicherheitstrakt. Bei
Topack stießen wir dann wieder auf die I-40, die wir dann für die Rückfahrt
nach Kingman nahmen.
Am Ende waren wir froh, diesem Umweg in Kauf genommen zu
haben. Auch wenn es auf dem ersten Teilstück von Ash Fork nach Kingman nicht so
aussah, als dass die Route 66 ihren legendären Ruf verdient hätte, riss der zweite
Teil ab Kingman dann alles wieder raus.
Aus unserer Sicht sollte bei einem USA Trip einfach
dazugehören, die Route 66 zumindest einmal auf einem historischen Teilstück zu
befahren, auch wenn sicherlich der Glanz der Alten Zeiten abgeblättert ist.
Zurück in Kingman sind wir noch kurz im Walmart eingewachsen
und anschließend zum Mexikaner Abendessen.
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