Nach nunmehr zwei Jahren haben Matze und ich uns wieder aufgerafft die Welt zu bereisen. Diesmal ist die Wahl auf die Hawaiianischen Inseln gefallen.

Aufgrund mehrfacher Nachfragen haben wir uns auch wieder zu einem Blog für unsere Reisebegleiter im Geiste hinreißen lassen.


Achja… Rechtschreibfehler sind urheberrechtlich geschützt.

Nachtrag: Eigentlich wollten wir nur die Hawaiianischen Inseln bereisen, aber es kam dann doch etwas anders ...


Arbeitstitel: From The Westside To The Eastside


Untertitel: Es gibt doch Bier auf Hawaii


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Samstag, 2. März 2013

Kurioses


Autofahren ist hier auch reine Glückssache
Wer als Deutscher hier Autofahren muss oder möchte kann dies mit einigen Modifikationen im Fahrstil tun. 

Dadurch, dass man hier auch rechts überholen darf, sollte man den rechten Außenspiegel etwas mehr im Blick haben. Das Benutzend er Beleuchtungsanlage vorrangig der Blinker wir hier recht liberal gehandhabt  - meist wird gar nicht geblinkt und wenn, dann heisst das nicht unbedingt, dass der Kollege da auch hin will. 
Und die Blinkervarianten sind echt vielfältig, von gelben bis roten Blinkern separat über (rote) Blinker in Kombination mit dem Rück- bzw. Bremslicht bis hin zu Lauflichtern (Ford Mustang). Das irritiert doch schon, vor allem, weil die meisten keine Unterschiede in der Leuchtkraft haben oder einfach der Blinker defekt ist und der Kollege seine Parkinson auf der Bremse auslebt. 

Und nachts kommt auch schon öfter mal einer ohne Licht an – naja…  solange die Straßenbeleuchtung und das Licht des Vordermans ausreichen ... – sind schon sehr umweltbewusst die Amerikaner.

An roten Ampeln darf grundsätzlich rechts abgebogen werden (auch ohne Zuhilfenahme des Blinkers). Abweichende Regelungen werden in den Einzelfällen durch Beschilderung ausgewiesen. 

An Stoppschildern wird zwar langsam herangefahren, aber nicht zwangsweise angehalten – dieses Verhalten wird auch in Deutschland vermehrt beobachtet.

An Straßen gleicher Ordnung gibt es das Allway Stop (3way oder 4way, entsprechend der aufeinandertreffenden Straßen). Hier gilt: wer zuerst an der Linie ist, darf fahren – egal ob gerade aus oder um die Ecke. Bei darauffolgenden Fahrzeugen die gleiche Regelung.    

Positive ist nur, die fahren hier alle recht gemächlich, alles fließt so zäh dahin (bildlicher Vergleich mit Honig).  Bis auf einige hektische Ausnahmen – aber da sind die Cops schon etwas hinterher. Es wird auch nicht gehupt, wenn man nicht gleich bei Grün auf Maximalbeschleunigung ist und vor allem in kleineren Ortschaften wird schon mal hinter einem gewartet, bis man weiß, wo man hinmöchte.  

Nur in den Großstädten und Ballungszentren wird es mitunter unübersichtlich, besonders an den Interstate- und Highwaykreuzen. Hier verlaufen die Abzweigungen in kurzer Folge in einem wilden Durcheinander. Und die Beschilderung ist teilweise auch Interpretationssache (braucht eine kleine Weile Eingewöhnungszeit, da man so in D nicht kennt)

Auch haben wir uns über die vielen Reifenresten auf der Straße gewundert, bis wir uns die Schluffen der Kisten hier mal angesehen haben – also Slicks sind Winterreifen dagegen.  Übrigens gibt es hier einen florierenden Markt mit gebrauchten Autoreifen.

Unterm Strich ist es am besten, man wirft sich hier als Deutscher ein oder zwei Valium ein, um mit dieser tranigen und gleichgültigen Fahrweise zurechtzukommen. 

Also ich würde sagen, die haben hier alle Fahrstunden bei Basilianern genommen, das Ganze erinnert mich ganz stark an den Fahrstil von Brasilien, es fehlt hier nur noch etwas mehr Hektik und beim Abbiegen und Reindrängeln der Daumen.

Fast alles was man hier zu Fuß erledigen kann, kann man mit dem Auto noch besser. Die Drive thru fast food diner (in D drive in) kenn man, aber es geht noch besser:

  • drive in ATM (Geldautomat),
  • drive thru check in - am Flughafen – mit dem Auto vorfahren und Gepäck einchecken
  • drive in pharmacy – Apotheke zum durchfahren – und ´ne Gratisimpfung gibt es wahrscheinlich gleich mit der Druckluftpistole durchs Fenster.
und jetzt der Brüller
  • drive in church – beten und beichten, wahrscheinlich inkl. Öl- und Reifenwechsel und dem „V8 Unser“
Und ich bin sicher, es gibt hier noch mehr Durchfahrtmöglichkeiten.

Was uns hier noch aufgefallen ist, und das fanden wir dann nicht mehr so witzig, ist die Waffenvernarrtheit der Ammies. Neben allen möglichen öffentlich angeprangerten Gunshows gibt es sogar im Supermarkt Waffen, neben Sportgeräten und Kinderspielzeug. Also in der Beziehung, sorry, wenn ich das so direkt sage, haben die echt ein Loch im Kopf.

1 Kommentar:

  1. In Las Vegas kann man auch "drive thru" Heiraten ...

    Aber Du hast Recht, die Waffenvernarrtheit ist in den USA für uns nur total gruselig abschreckend.

    Uns ist es passiert, dass wir, als wir erzählten, dass wir durch Canada nach Alaska (ja wieder USA) fahren wollten, voller Erstaunen gefragt wurden, ob wir eine Waffe dabei hätten? (Das ist in Canada nämlich nicht erlaubt.)
    Auf unser "Nein", wir haben keine Waffe: tiefes Erstaunen, sehr nachdenkliches Kopfschütteln. Das macht man als Ami natürlich so gar nicht.
    Amis fahren nach Alaska entweder über die insight-Passage per Schiff oder in größeren Gruppen. Das fällt in Alaska sehr auf. Alleine trauen sie sich da nicht hin.
    Die 13 Schwarzbären und den einen Grizzly, die wir dann in Canada und Alaska gesehen haben, die bedurften keiner Schusswaffe unsererseits ...
    Wir möchten Deine direkte Aussage zum Thema Waffenvernarrtheit der Amis noch ein wenig verschärfen: Offenbar haben noch zu wenige Amis "ein Loch im Kopf".

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