Von North Palm Beach aus fuhren von der US1 auf die A1A und
dann immer entlang der Küstenstraße. Das Wetter sonnig, etwas bewölkt bei 27°C.
Die Straße verlief direkt am Meer, links und rechts reihten
sich, mitunter gut versteckt, die Villen aneinander. Auf einer Landzunge
gelegen hatten die Bewohner zur einen Seite Seeblick auf den offenen Atlantik
und zur Rückseite Sicht in die Bucht, wo ihre Yachten lagen, und was für
Dinger, z.T. größer als ein Einfamilienhaus. Die Anwesen natürlich auch
entsprechend mit fürstlicher Toreinfahrt, mit Vorhof, um die Limousinen in Pose
zu bringen und davor dann natürlich auch die angemessenen fahrbaren Untersätze
ala Porsche, Mercedes, BMW und Co. Die Baustile mal klassisch antik, mal
klassisch modern, auch mit Ansätzen von Bauhausstil erkennbar oder einfach nur
klassisch. Aber eines hatten sie alle gemeinsam – sie waren riesig. Diese
wechselten sich dann mit Appartmenttürmen und umgekehrt.
Und das Ganze zog sich über Meilen, wir bekamen richtig
Minderwertigkeitskomplexe.
Das Witzige an der Strecke war, dass man nicht mehr wusste,
in welcher Stadt man sich überhaupt befand, da die eine Ortschaft nahtlos in
die Nächste überging. Und so etwas wie Orteingangsschild such man hier
vergebens. Wir hatten uns dann an Willkommen-Eingangstafeln oder an
Institutionen wie Golfclubs, die es hier zu Haufe gibt, orientiert (z.B. Pompano
Beach Golfclub).
Unser Ziel in Miami war Miami Beach und das Art Deco
Viertel. Der Verkehr nahm schon weit vor Miami zu und in Miami selbst ging es
dann teilweise nur noch im Schritttempo vorwärts. Eine Ursache war die
bevorstehende Yachtmesse. Die Arbeiten waren im vollen Gange und beanspruchten
natürlich auch Teile der Straße. Einige Wasserfahrzeuge waren bereits vor Anker
gegangen – der Anblick reichte uns. Den Gang über die Pier ersparten wir uns,
Paddelboote gehörten sicherlich nicht zu den Ausstellungsstücken.
Am Ziel kam dann ein neues Problem, welches wir an solchen
touristisch gelegenen Locations schon in der Vergangenheit schon öfters hatten
– die Parkplatzsuche.
Aber wir fanden in der Nähe ein Parkhaus, das mit 1$/h echt
günstig lag. Dann also ab zum Strand und die Esplanade entlang.
Am Nachmittag
sollte es dann zum Motel in der Nähe des Flughafens gehen. Am Motel angekommen
wollten wir einchecken, als uns der Empfangschef mitteilte, dass er keine
Buchung vorliegen hätte.
Und da waren sie wieder unsere drei Probleme. Das Ganze
klärte sich dann recht fix auf, in der Form, dass wir im falschen Motel waren.
Dieses gehörte zur selben Kette und hatte fast den gleichen Namen - das
kann man dann schon mal verwechseln. Das andere Motel lag aber auch nur rund 5
Meilen weiter.
Am Nachmittag haben wir dann unseren Mietwagen noch mal
ausgeräumt und für 5$ betankt, da wir ihn ja morgen früh abgeben wollten.
Zum Abendessen gingen wir in die moteleigene Bar - eine Art Discokneipe, die allerdings recht dürftig besucht war.
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